Archive für Juni 2008

Ausgewählte Veröffentlichungen

Bücher / Anthologien:

“Die Verführung” in: “Erotik macht die Häßlichen schön”, Elefanten Press Verlag, Berlin 1995
“Kur in Wessi-Land” in: “sogar die Hunde bellen anders”, Verlag Joh. Heinrich Meyer, Braunschweig 2000
Kriminalroman: “Der Fremde am Telefon” Elefanten Press Verlag, Berlin 1998
Roman: “Ahrenshooper Romanze” Bodoni Edition, Berlin 2004

Marzahnschmerzen” I und II, “Ein ganz anderes Berlin”, in: ” Berliner Zehn-Minutengeschichten”, ” Berliner Zehn-Minutengeschichten um die Liebe”, “Neue Berliner Zehn-Minutengeschichten”,

Hrsg. Horst Bosetzky, Jaron Verlag Berlin 2003, 2005, 2006;

“Das Onjeschwedde und die Mafia”, “Nomen est Omen. Mafia (II) » in: “Tödliche Torten”, “Dessert für eine Leiche”, Leporello Verlag, Krefeld 2005 und Sept. 2008


Zeitschriften / Zeitungen:

Kurzgeschichte “Der Tod des Cheflektors” in: “neu leben” 1992
Rezensionen in “Berliner Zeitung”, “Für dich”, “nl”, “underground”, Weimarer Beiträge

außerdem ständig Artikel und Rezensionen zu den Themenkreisen Kultur und Politik

Sonstiges:

Essay: “Warum Kriminalliteratur erforschen?…” in: “Tatbestand. Ansichten zur Kriminalliteratur der DDR”, Hrsg. Reinhard Hillich, Akademie-Verlag, Berlin 1989;
Redigiert: “Frauen nach der Wende - Frauen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruch” 1997 , Broschüre FES

Leseprobe “Ahrenshooper Romanze”

Es ist nicht mehr lange hin bis Weihnachten. Geschenke werden gesucht und gekauft, auch in den Geschäften, den Boutiquen und Kunsthandlungen Ahrenshoops herrscht Hochbetrieb, ist doch in dem exklusiven Ort an der Ostseeküste selbst im Winter Saison für naturhungrige und kunstsinnige Urlaubsmenschen.

In der Galerie Bräuer allerdings ist an diesem Sonntag weder Gerhard noch Helga Bräuer anzutreffen. Eine Honorarkraft bestreitet das Geschäft. Für eventuelle schwierige Verhandlungen trägt sie die Handy-Nummern des Ehepaares bei sich. Das Hauptgeschäft läuft in Hamburg, wenngleich die Galerie in Ahrenshoop mittlerweile einen größeren Posten in der Rech-nung der Familie Bräuer einnimmt als ursprünglich erwartet. Arndt Bräuer, der gemeinsame Sohn, hat den gestrigen Samstag am Wohnsitz der Familie in Hamburg gesichtet, was es zu sichten gibt an neuen geschäftlichen Vorgängen; er hat Rechnungen beglichen, ausstehende Eingnge überprüft, Verkaufs-offerten und Angebote junger Künstler eingesehen, mit manchen hat er direkt verhandelt.

Am heutigen Sonntagvormittag soll er den Praktikanten, einen Kunststudenten, über das während der Abwesenheit der Familie zu Leistende instruieren; für ein paar Tage wird dieser vor Ort die Bräuerschen Interessen vertreten, zusammen mit Eberhard Feldberg, der eigentlich schon im Pensionsalter, aber viel zu rüstig und zu kompetent ist um ausschließlich Rentner zu sein. Auf Eberhard Feldberg ist Verlass. Arndt Bräuer muss deshalb nicht viel Zeit investieren; von seiner Familie wird er pünktlich zum Mittagessen erwartet, seine neue Freundin aus Ahrenshoop ist dazu eingeladen worden … Er will sie nicht warten lassenl …

(Und macht es doch! Verliebte Feingeister können gemein zueinander sein! Selbst am Meer. Selbst kurz vor Weihnachten im Kunstsalon zu  Ahrenshoop. Die Verfasserin)

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Leseprobe “Der Fremde am Telefon”


Der Beobachter des spielenden Kindes war kurz davor, zum Akteur zu werden. Aber er durfte nichts überstürzen. Er wollte sich Zeit geben. Vorausahnen, wie es geschehen würde und nichts dem Zufall überlassen. Er mußte den Jungen und dessen familiäre Situation kennen, bevor er sich ihm endgültig nähern würde.

Er hatte die Mutter des Jungen nicht ein einziges Mal gesehen, kam es ihm in den Sinn. Machte sie sich keine Sorgen um ihr Kind?

Antje Müller stürzte zur Wohnungstür. Es hatte geklingelt. Ihr Mann konnte es nicht sein, das …, war das…?«Yvonne! Yvi, bist du’s?» Aber vor der Tür stand ein fremder Mann und streckte ihr etwas entgegen.

«Halten Sie es für möglich, daß Ihre Tochter in das Auto eines fremden Mannes eingestiegen ist? Hatte sie ihren Autoschock doch schon überwunden? Oder hatte die Kleine eine Beziehung zu einem Mann?» Der Mann steckte das Mikro weg. «Ich bin von der Presse, Sie müssen mir doch was zu sagen haben.»

Anders hatte die Autotür hinter sich zugeschlagen und war losgefahren, aber weit war er nicht gekommen. Als er gerade auf die direkt auf den Autobahnabzweig Pankow zuführende Straße einbiegen wollte, kamen ihm in rasantem Tempo Fahrzeuge entgegen. Er bremste noch rechtzeitig ab, wendete und ordnete sich in den Troß ein. Die Kolonne hielt direkt auf den Fundort der Leiche zu. Schröder warf Anders einen erstaunten Blick zu, als der hinter den anderen wieder aus dem Auto stieg. Anders schüttelte ganz leicht den Kopf.

«Wo ist das Mädchen? Sie sind doch der Kommissar», ging der Dicke auf Schröder zu. »Hier hat doch eine Leiche gelegen.«
»Woher haben Sie diese Information?«

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Dorle Gelbhaar

Geboren am 19.4.1952 in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern); Studium der Kulturwissenschaften in Berlin

Organisatorin Tagungen und Seminare, Mitarbeiterin Öffentlichkeitsarbeit, Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin, z.B.: Essay zur DDR - Kriminalliteratur, Journalistin und Lektorin, Schriftstellerin, Dozentin (Kommunikationstheorie)

Arbeit für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, Artikel, Kurzgeschichten, Theaterprojekte zur Berliner Langen Nacht der Museen, Kabarettveranstaltung (Mitautorin) in der IG-Medien-Galerie

Beiträge in den Anthologien “sogar die Hunde bellen anders”, Joh. Heinrich Meyer Verlag Braunschweig 2000 und in “Erotik macht die Häßlichen schön”, Elefanten Press Berlin 1985 Kriminalroman “Der Fremde am Telefon” 1998 beim Elefanten Press Verlag, Roman “Ahrenshooper Romanze” 2004 bei der Edition Bodoni, freie Autorin in Berlin

Mitglied der IG Medien (1990), des Syndikats (1998) und des Verbandes der Schriftsteller (VS) seit 1999, seit Juni 2000 Vorstandsmitglied des Berliner VS

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